Umfrage unter Studierenden: Flexibilität steht bei der zukünftigen Jobwahl an erster Stelle

Was zählt wirklich im Leben? Diese Frage stellen wir uns alle immer wieder. Ein wichtiger Teil des Lebens ist der Job: Die Arbeitswelt, in die wir fast jeden Tag für mehrere Stunden verschwinden, kann uns glücklich, aber auch unzufrieden machen. Uns hat interessiert, wie ihr das seht. In einer repräsentativen Umfrage haben wir über 1.000 Studierende* befragt, welche Ansprüche sie an ihre Arbeit haben, was für sie bei der Auswahl potenzieller Arbeitgeber wichtig ist oder wie sie sich die richtige Work-Life-Balance vorstellen.

Die Ergebnisse sind eindeutig: Eure Erwartungen und Vorstellungen verändern sich genauso schnell wie die Arbeitswelt selbst. Digitalisierung, Homeoffice und Meetings über Video-Call – was vor ein paar Jahren noch selten war, ist heute Standard. Die Corona-Krise hat dieser Entwicklung nochmal einen großen Schub gegeben und bewiesen, was sich viele von euch sowieso zukünftig wünschen. Am wichtigsten sind euch Flexibilität im Hinblick auf Arbeitszeiten und Homeoffice, eine vernünftige Vereinbarkeit mit dem Privatleben oder gar die klare Trennung zwischen Arbeit und Privatem. Hier sind unsere Ergebnisse:

Vorsichtiger Optimismus bei der zukünftigen Jobsuche

Unsere erste Frage könnte aktueller nicht sein; auf einer Skala von 1 bis 10 solltet ihr uns sagen, wie sicher ihr euch fühlt, wenn ihr über eure Zukunft in der Arbeitswelt nachdenkt. In der momentanen Situation ist die Verunsicherung bei vielen groß, dennoch gaben 67,1% von euch einen Wert zwischen 6 und 10 an, der Durschnitt ist mit 6,3 verhalten optimistisch. 14,5% von euch siedeln sich mit einem Wert von 5 genau in der Mitte an und sind damit unentschlossen. Dementsprechend sehen nur 18,4% der Studierenden mit Werten zwischen 1 und 4 die Zukunft eher pessimistisch.

No-Bullshit-Mentalität beim Arbeitgeber und Flexibilität am Arbeitsplatz

Wir haben euch nach den drei wichtigsten Aspekten bei der Suche nach einem potenziellen Arbeitgeber gefragt und die Nummer eins mag für viele überraschend sein. Die Antwort „Ehrlichkeit und offene Kommunikation“ siegt mit 76,4%, gefolgt von der „Möglichkeit zur Weiterbildung und professionellem Training“ (60,2%) und „Offenheit für neue Ideen und Konzepte“ (55,1%).

Aspekte wie nachhaltiges Handeln, soziales Engagement und flache Hierarchien sind euch ebenfalls sehr wichtig. Bei der nächsten Frage ging es um eure Ansprüche an die Arbeit, wo ebenfalls Mehrfachnennungen möglich waren. Für die große Mehrheit ist die Vereinbarkeit mit dem Privatleben am allerwichtigsten, für ganze 56,1% kommt dieser Aspekt an erster Stelle. In direktem Zusammenhang damit wählten 44,3% Flexibilität, der Wunsch nach einer flexibleren Arbeitsgestaltung rund um euer Privatleben ist also essenziell. Trotz allem sind aber auch ein hohes Einkommen oder die Identifikation mit dem Unternehmen wichtig.

Grafik zu selbstständiger Zeiteinteilung

Das wichtigste für euch: Flexible Arbeitszeiten und der eigene Arbeitsrhythmus

Da Flexibilität und die Vereinbarkeit mit dem Privatleben die entscheidendsten Aspekte bei der Job-Zufriedenheit sind, wollten wir mehr erfahren. Wir haben euch gefragt, was genau ihr unter Flexibilität versteht und sie in drei Fragenbereiche unterteilt. Die überwiegende Mehrheit von 61,9% wünscht sich flexible Arbeitszeiten, 30,5% von euch erhoffen sich derweil flexible Tätigkeitsfelder innerhalb eines Unternehmens und nur 7,6% wählten die Antwort „Flexible Anstellungsmodelle“. Es wundert daher nicht, dass 80,6% von euch die Aussage „Am liebsten teile ich meine Zeit selbstständig nach meinem eigenen Rhythmus ein“ mit „Ja“ beantworten. Berufliches klar von Privatem trennen wollen ebenfalls 79,7%.

Grafik Flexible Arbeitszeiten

Fazit:

Es ist eine Revolution in der Arbeitswelt zu erkennen: Früher gab der Arbeitgeber den Rhythmus seiner Angestellten ganz klar vor, heute und in der Zukunft wollen die neuen Generationen mitbestimmen. Studierende erwarten in ihrem zukünftigen Job Aspekte wie Flexibilität und Digitalisierung und in diesen Bereichen haben viele Unternehmen Nachholbedarf. Flexibilität steht an erster Stelle: Schon im Studium gestalten Studierende ihren Alltag selbstbestimmt und flexibel rund um ihre Uni-Seminare und Aushilfsjobs. Diesen Weg wollen sie auch nach ihrem Abschluss fortführen und Arbeitgeber müssen sich anpassen, wenn sie auch in Zukunft die besten Talents rekrutieren wollen.

*Die Befragten wurden zufällig ausgewählt, kommen aus ganz Deutschland und sind zwischen 20 und 29 Jahre alt. 62,9% von euch waren weiblich, 36,5% männlich und 0,6% nicht-binär.