Hej, hola und ni hao - so lernst du im Studium Sprachen

Sprachkenntnisse werden in Zeiten von Globalisierung und ständiger Migration immer wichtiger. Um in vielen Berufen eine gute Position besetzen können - ob in der Wirtschaft oder im kulturellen oder sozialen Bereich -, sind zumindest sehr gute Englischkenntnisse, besser noch das Beherrschen weiterer Sprachen, notwendig. Neben gesteigerten Jobchancen in Deutschland, öffnen sich mit jeder Sprache auch Karriereperspektiven im Ausland. Doch auch abgesehen davon sind Sprachkenntnisse eine wahre Bereicherung: Sie erweitern den Horizont um eine andere Kultur, sind hilfreich auf Reisen und erleichtern transnationale Freund- und Partnerschaften.

Am besten fängt man so früh wie möglich mit dem Sprachenlernen an, schließlich bedarf es einiger Arbeit bis man wirklich sicher in einer anderen Sprache auftreten kann. Warum dafür nicht das Studium nutzen, in dem man relativ viel freie Zeit und umfassende Möglichkeiten dafür hat? Doch wie stellt man das am besten an?

Sprachkurse an der Uni

Fast alle Universitäten in Deutschland bieten Kurse in den verschiedensten Sprachen an. Der große Vorteil: Die meist zwei mal die Woche stattfindenden Veranstaltungen sind kostenlos (oder vergleichsweise sehr günstig) und lassen sich häufig sogar im Studium anrechnen. Außerdem bietet der Sprachunterricht zwischen den Vorlesungen eine willkommene Abwechslung.

Manko: Die gängigen Sprachen wie Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch sind zwar in jedem Falle vertreten, wer einen Exoten wie Dänisch oder Ungarisch lernen möchte, muss sich wahrscheinlich nach einem kostenpflichtigen Kurs umsehen oder eine der anderen aufgeführten Optionen nutzen.

Selbststudium

Wenn die Termine der hochschulinternen Sprachkurse mit dem Vorlesungsplan zusammenfallen oder die gewünschte Sprache nicht angeboten wird, kann zumindest Lernmaterial in der Bibliothek ausgeliehen oder bestellt werden. Viele Hochschulen haben auch Selbstlernzentren eingerichtet, in denen Materialien zum Studium von Sprachen bereitgestellt werden.

Manko: Hier braucht es wirklich Disziplin. Wer lernt schon von sich aus Vokabeln, ohne den Druck eine Klausur im Nacken? Außerdem ist niemand da, der Fehler korrigiert.

Kurse an der VHS oder Sprachschulen

Anders sieht es an der Volkshochschule oder in Sprachschulen aus. Hier ist ein Lehrer dafür da, Grammatik zu erklären, neue Vokabelfelder einzuführen und Diskussionen zur Sprachpraxis anzuregen. Da man dafür blechen muss, ist die Motivation wohl auch größer so viel wie möglich zu erreichen.

Manko: Money, money, money...

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Auslandssemester/-praktikum

Wer schon ein paar Vorkenntnisse hat, für den bietet sich ein Auslandssemester oder -praktikum an. Diese sind an der Uni nicht allzu schwer zu organisieren und dienen dazu, das Gelernte auch einmal in der Praxis umzusetzen.

Manko: Je nachdem ob in der Uni/Firma auch Englisch gesprochen wird, sollten die Sprachkenntnisse schon relativ weit fortgeschritten sein.

Podcasts

Für auditive Lerntypen sind Podcasts eine sehr gute Möglichkeit Sprachen zu lernen. Es gibt Podcasts für eine große Auswahl an Sprachen und jedes Niveau. Sprachheld hat eine Liste mit den 60 besten kostenlosen Podcasts zum Fremdsprachenlernen zusammengestellt.

Manko: Das Schreiben wird nicht geübt.

Tandempartner

Das Manko der meisten kostenlosen Angebote ist die fehlende Sprachpraxis. Was bringt es schließlich schon, alles nur schreiben (tippen) zu können und dann im Gespräch kein Wort herauszubekommen. Ganz anders ist es, sucht man sich einen Muttersprachler, der Deutsch lernen möchte. Dann verabredet man sich ein- oder zweimal die Woche und spricht dann z.B. für eine halbe Stunde in der einen, und für die nächste halbe Stunde in der anderen Sprache. Kontakte findet man zum Beispiel durch Aushänge an der Uni oder auf www.tandempartners.org

Manko: Man ist darauf angewiesen, dass beide Parteien auch regelmäßig Zeit und Muße haben sich zu treffen.

Serien und Filme auf einer Fremdsprache sehen

Eine der entspanntesten Methoden: Entertainment gepaart mit Lerneffekt. Netflix ohne schlechtes Gewissen. Dafür wählt man bei Filmen und Serien einfach die Wunschsprache aus (bestenfalls schaut man Filme oder Serien die original in dieser Sprache sind, so nimmt man sogar noch etwas von der Kultur mit) und stellt deutsche Untertitel ein.

Manko: Je nach Sujet der Serie oder des Films hat man einen sehr spezifischen Wortschatz (z.B. Ärzte- oder Anwalts-Serie).

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Sprachenlern-Apps

Es gibt einige Apps, mit Hilfe derer man Sprachen spielerisch lernen kann. Beispiele hierfür sind Duolingo (aktuell: Englisch, Spanisch, Französisch, mit Ausgangssprache Englisch hat man sogar die Wahl aus 23 Sprachen), Busuu (11 Sprachen zur Auswahl), 50Sprachen (über 50 Sprachen zur Auswahl). So kann die Fahrt mit den Öffentlichen dazu genutzt werden, schnell ein paar neue Vokabeln zu lernen.

Manko: Keine Gesprächspraxis!

Lesen, lesen, lesen

Besonders für visuelle Lerntypen ist es hilfreich möglichst viel in der fremden Sprache zu lesen. Dazu kann man einfach ab und an eine Zeitschrift auf der Sprache kaufen oder einem Nachrichtenportal auf Facebook folgen - so ploppen immer wieder Artikel auf. Auch Blogs und Foren können eine gute Quelle sein. Werden Wörter nicht verstanden die für das Verständnis wichtig sind, können diese nachgeschlagen werden.

Manko: Um Texte verstehen zu können ist schon ein gewisses Level nötig.

Tipp 1:

Am besten kombinierst du einige der obigen Methoden. So kannst du dir zum Beispiel Grammatikkenntnisse in einem Unikurs aneignen und diese dann in Gesprächen mit deinem Tandempartner anwenden. Oder du lernst eine Sprache im Selbststudium und fährst dann für ein Semester ins Ausland.

Tipp 2:

Erwerbe ein Zertifikat! Ob IELTS, Cambridge Certificate, TOEFL oder UNIcert® - wer sich vornimmt, eine Prüfung zu einem bestimmtem Zeitpunkt zu absolvieren, hat ein klares Ziel vor Augen. Das motiviert und zwingt dazu, mehr für die Sprache zu tun. Außerdem werden hier verschiedene Sprachkompetenzen (auditiv, oral, schriftlich) abgefragt - die demnach alle geübt werden müssen. Und das Beste: für zukünftige Bewerbungen auf Jobs, Praktika und Auslandsaufenthalte hast du ein Diplom in der Hand, das deine Sprachkenntnisse nachweist.

Worauf wartest du noch?